Der ifo-Index steht bei 87,6 — tiefes Rezessionsterritorium. Im Januar waren 3,085 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, der höchste Stand seit 2014, die Quote bei 6,6 Prozent. Vier von zehn Industrieunternehmen planen Stellenabbau. Die deutsche Industrie schrumpft das vierte Jahr in Folge. Die Insolvenzen stiegen um 11 Prozent auf 24.300.
Die Autokrise verschärft sich: 72 Prozent der VDA-Mitgliedsfirmen kürzen ihre Investitionen in Deutschland. VW hat 15.000 von 35.000 geplanten Stellen bereits abgebaut, Porsche streicht 6.000 Arbeitsplätze, Hella gab eine Gewinnwarnung heraus. Die einstige Leitindustrie der Republik ist in der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.
In dieser Lage reiste Friedrich Merz nach Peking — im Gepäck: Aufträge für 170 Airbus-Flugzeuge. Die Ironie: Das Handelsdefizit mit China liegt bei 89 Milliarden Euro. Deutschland bettelt bei seinem größten Konkurrenten um Aufträge, während die eigene Industrie ausgeblutet wird. Die AfD steht bei 26 Prozent, und 66 Prozent der Deutschen vertrauen den USA nicht mehr.
Der DAX notiert derweil nahe Allzeithochs — eine Fata Morgana, genährt von der Hoffnung auf Zinssenkungen und die Illusion, dass Exportaufträge den Standort retten können. Die Realwirtschaft spricht eine andere Sprache.
